Beschreibung
Jürg Bally (1922–2013) war ein Architekt und Designer, der im Bereich des 20. Jahrhunderts Design und Sammlermöbel tätig war. Seine architektonische Ausbildung ermöglichte ihm einen besonders präzisen Gestaltungsansatz, der auf Proportion, Funktionalität und einem ausgeprägten Materialbewusstsein basiert – Eigenschaften, die er später auch auf Möbel- und Innenraumgestaltung übertrug.
Neben seiner Tätigkeit als Architekt arbeitete Jürg Bally auch als Designer und spielte eine aktive Rolle bei der Wertschätzung des europäischen Modernismus, insbesondere des Nachkriegsdesigns. Seine technische Expertise und sein historisches Wissen ermöglichten es ihm, hochwertige Objekte zu identifizieren und auszuwählen, wodurch er zur Verbreitung ikonischer Werke des französischen, schweizerischen und skandinavischen Designs beitrug.
Ein bedeutendes Kapitel seiner Tätigkeit ist das Innenausstattungsprojekt für die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich), für das er maßgeschneiderte Lösungen für öffentliche und repräsentative Räume entwickelte. In diesem Zusammenhang entwarf Bally eine Serie von Lobby-Sesseln aus massivem Jacaranda-Holz, Modell Campone, die er persönlich in Afrika produzieren ließ. Die vollständige Serie dieser Sessel wurde später direkt vom Architekten übernommen und bildet einen authentischen und dokumentierten Kern der Originalproduktion.
Sein Werk ist im Kontext des Sammlerdesigns und der Wiederentdeckung des Modernismus des 20. Jahrhunderts zu sehen, in dem Architektur und Design zu einer kohärenten Vision von Raum, Funktion und Objekt verschmelzen.

















